Netwars - Der Code 1 von M. Sean Coleman

Anja Druckbuchstaben | 07 Juni 2014 |
Zum Inhalt:
Willkommen im Deep Web. Dem Teil des Internets, das von keiner Suchmaschine erfasst wird. Dem Ort, wo man alles kaufen kann. Drogen, Kinder, Waffen. Jeder kann es. Jederzeit. -- Anthony Prince, Chef der Sicherheitsfirma PrinceSec, die Software für die Regierung und große Unternehmen entwickelt, stirbt bei einem Absturz seines Privatflugzeugs. Verantwortlich für Prince' Tod war ein Hacker namens Strider. Unter seinem wirklichen Namen, Scott Mitchell, arbeitet er als Berater für die National Cyber Crime Unit. Als Mitchell verfolgt er die Bösen mit legalen Mitteln. Striders Mittel sind nicht ganz so legal. In derselben Nacht wird PrinceSec Opfer eines Hackerangriffs. Die NCCU wird auf den Fall angesetzt, und die Spur führt zu einer kriminellen Hacker-Gruppe namens Black Flag. Kann Mitchell seine Identität als Strider zu schützen und zugleich Black Flag aufhalten, bevor es zu spät ist? (Quelle: Bastei Lübbe)

Mein Senf zum Buch:
Zu Beginn lernt man den Hacker Strider in Aktion kennen, wobei kennenlernen schonmal das komplett falsche Wort ist. Strider lässt niemanden so nah an sich heran, dass ihn irgendjemand auch nur ansatzweise kennen würde.
Strider ist ein cleverer Drecksack. Er sieht sich als einsamen Rächer, der sich um hohe Tiere kümmert, die vom Gesetz nicht belangt werden und denken sie stünden über den Dingen. Strider hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Kinderpornoring auszuschalten. 
Er ist total zielorientiert, perfektionistisch und paranoid. Er ist es gewohnt, dass immer alles nach Plan läuft. Seine Waffe ist die Technik, speziell alles was auch nur ansatzweise Software enthält oder über Netzwerke verbunden ist. Und diese Waffe versteht er zu nutzen.

"Die Leute glaubten immer, Hacker wären gesellschaftliche Außenseiter, blasse, introvertierte Freaks, die alleine in abgedunkelten Räumen saßen und zu keiner Interaktion mit der realen Welt fähig waren. Doch Strider war das genaue Gegenteil: jung, charmant und ziemlich attraktiv, von durchschnittlicher Größe und Statur, mit neutraler Stimme." (Seite 15)

Das Buch ist ein Mahnmal  dafür wie leichtfertig und ungeschützt wir uns im Netz bewegen. Es ist eine grandiose Errungenschaft unserer Zeit, aber jemand, der einem schaden will, kann es tatsächlich als Waffe einsetzen. Wir sind so verbunden mit technischem Schnickschnack, dass es ein leichtes ist, alles über uns herauszufinden.

"Wie paranoid die Leute in anderen Bereichen ihres Lebens auch sein mochten – aus irgendeinem Grund vergaßen sie, in der digitalen Welt ebenso aufmerksam über ihre Schulter zu schauen." (Seite 16)

Der Schreib - und Erzählstil trägt stark zum Spannungsaufbau bei. Strider ist zudem eine unheimlich interessante Person und irgendwie auch sympathisch. Wobei ich das noch nicht ganz so genau einschätzen kann, da dies ja nur die erste Folge war und diese endet mit einem fiesen Cliffhanger.

Zu erwähnen wäre noch, dass im Buch einige Fachbegriffe aus der Informatikwelt auftauchen. Wer also noch nie etwas von IP-Adressen, Firewalls etc. gehört hat und wen das auch nicht interessiert, für den ist das Buch wohl eher nichts. 

Fazit:
Ein intelligenter und spannender Cyberthriller. Eine wilde Jagd durch das Netz, bei dem Hacker sowohl die Jäger als auch die Gejagten sind.
Ich bin  total hin und weg von der Story und dem Stil, ich stehe auf sowas ja total ^^. Ich werde definitiv weiterlesen, bin mir aber noch nicht sicher, ob ich mir die Ebook-Folgen besorge oder auf das Taschenbuch warte, das am 08.10. erscheint.

4 von 5 Sternen


Vielen vielen Dank an Blogg dein Buch und Bastei Lübbe! Ihr könnt das Buch hier kaufen.






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