Jane Austens Northanger Abbey von Val McDermid

Anja Druckbuchstaben | 17 Februar 2016 |
Erschienen am 11.01.2016 | 304 Seiten | 19,90 € | Val McDermid | Harper Collins


Janes Austens großer Roman Northanger Abbey, neu verfasst von Krimimeisterin Val McDermid. Lesen ist gefährlich! Zu gern verliert die 17-jährige Pfarrerstochter Cat Morland sich in der Welt der Bücher und träumt von aufregenden Abenteuern – die sie in ihrer Heimat im ländlichen Piddle Valley leider niemals finden wird. Zum Glück darf sie zu einem Kulturfestival nach Edinburgh reisen, wo sie sich in den jungen, aufstrebenden Rechtsanwalt Henry Tilney verliebt. Als er sie auf seinen schönen, aber düsteren Familiensitz Northanger Abbey einlädt, fühlt sich Cat jedoch plötzlich in einen ihrer geliebten Gruselromane versetzt. Denn in dem alten Gemäuer lauern die Schatten der Vergangenheit hinter jeder Ecke und die Anzeichen verdichten sich, dass ein schreckliches Verbrechen geschehen is. (Quelle: Harper Collins




"Man kann sich nicht nach etwas sehnen, von dem man weiß, dass es komplett erfunden ist. Es muss sich echt anfühlen, damit man glauben kann, es könnte einem selbst passieren." (Seite 16)

 Cat ist eine Träumerin und Romantikerin. Sie geht völlig in Geschichten auf und giert danach, endlich selbst Abenteuer zu erleben. Sie war mir auf Anhieb sympathisch und ich habe die Momente und Gedanken mit ihr genossen.
Abgesehen von Cat bin ich leider mit keinem der Charaktere wirklich warm geworden. Sie waren mir tatsächlich allesamt unsympathisch und zu aufgesetzt. 

Dieser Jane Austen angehauchte grundsätzliche Schreibstil hat mir gut gefallen. Ich empfand ihn als wohltuend. Wenn man so in diesem Stil dahin schwelgt, kommen einem vorkommende Begriffe wie Facebook, Twitter, Smartphone und iPad total fehl am Platz vor. Aber genau das ist eine dieser Hürden, die die Autorin nimmt, indem sie die Geschichte in unsere Zeit überträgt.
Es ist eine außergewöhnliche Kombination. Wie zwei Welten die aufeinander prallen. Es ist erstaunlich wie der Erzählstil mit den Dialogen kollidiert. Diese hippe Sprache und diese förmliche Beschreibungen auf der anderen Seite.
Ich fand das Experiment sehr interessant und größtenteils geglückt.
Ich habe das Original nicht gelesen und kann demnach keinen direkten Vergleich anstellen.

Was mich gestört hat, war, dass ununterbrochen Facebook erwähnt wird. Du meine Güte, denken junge Leute heutzutage tatsächlich an nichts anderes mehr? Das wage ich zu bezweifeln. Mich hat es jedenfalls übelst genervt. Ich hatte zwischenzeitlich schon überlegt eine Strichliste zu führen. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass eine Portierung in die heutige Zeit auch dann funktioniert hätte, wenn die Autorin nicht ständig auf Facebook hingewiesen hätte.

Von dem Besuch auf dem alten Anwesen Northanger Abbey und den dortigen Geschehnissen hatte ich mir im Vorfeld mehr erhofft. Insgesamt war es sehr viel weniger spannend als erwartet.




Das Experiment Jane Austens Northanger Abbey in unsere heutige Zeit zu übertragen finde ich wirklich spannend und die Umsetzung hat meiner Ansicht nach auch größtenteils gut geklappt. 
Leider gab es jedoch ein paar Störfaktoren wie aufgesetzte und unsympathische Charaktere und das ständige Erwähnen von Facebook, was mir die Lesezeit ziemlich anstrengend gemacht hat. Meine Erwartungen an die Imposanz des alten Anwesens und die Spannung der Ereignisse wurde leider auch nicht ganz erfüllt.


(3 von 5 Punkten)







Vielen lieben Dank an Harper Collins für dieses Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Ich denke, wenn ich das Buch mal preiswert irgendwo sehe oder in der Bibo finde, werde ich es lesen. :) Die Rezensionen sind mir zu durchmischt, als dass ich dafür Geld ausgeben will.

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    1. Hllöchen meine Liebe =)

      Das kann ich verstehen. Ich denke trotz der Schwächen lohnt es sich. Ein Buch muss nicht immer 5 Sterne haben. Ein paar Ecken und Kanten zeugen von Charakter ^^. Ist halt nicht so aalglatt hier =)

      LG
      Anja

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  2. Hallo liebe Anja,
    *seufz* nun bin ich doch später dran als geplant aber da! ^^
    Na, ich sehe. Du hast deine Rezension gut hinbekommen : ) Und mit dem Schreibstil bin ich ja voll bei dir, das war toll.
    Ganz liebe Grüße
    Romi

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    1. Huhu Romi,

      danke für deinen lieben Kommentar! Ich bin froh, dass wir uns hier einig sind :D.

      LG
      Anja

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