Erschienen am 29.09.2025 | 32 Seiten | 14,00 € | ab 3 Jahren
Lisa Wonka de Salazar | Carlsen
illustriert von Lisa Rammensee
Klappentext
Ein behutsames Bilderbuch über Depression in der Familie – kindgerecht, warmherzig und hoffnungsvoll
Mama ist jetzt oft traurig. Eine graue Wolke ist bei ihr zu Besuch – die macht sie müde und alles ganz schwer. Jona versteht nicht, was mit Mama los ist. Aber Papa erklärt, dass die Wolke bleibt, bis Mama wieder genug Kraft hat, sie wegzupusten. Zusammen finden sie Worte für das, was sie fühlen. Denn Reden ist eine Superkraft und macht Wind gegen Sorgenwolken. (Quelle: Carlsen)
Senf
Es passiert sehr selten, dass mich ein Buch schon mit der Widmung auf der ersten Seite in seinen Bann zieht. Doch bei "Mamas graue Wolke" war es genau so!
Das Buch hat etwas mehr Text als wir es sonst gewohnt sind und das ist gut so, denn es handelt sich beim Thema Depression um eine mehr als erklärungsbedürftige Erkrankung. Das Verhalten von Betroffenen ist für Außenstehende und Familienmitglieder oft unverständlich.
Den Vergleich der Depression mit einer grauen Wolke fand ich sehr einleuchtend. Wenn die graue Wolke Mama in Beschlag nimmt, kann nicht mal Jonas Zirkusvorstellung sie aufheitern. Ich mag es sehr wie Papa auf Jona eingeht. Ganz ruhig und verständnisvoll erklärt er Jona, was die graue Wolke bedeutet und was sie mit Mama macht. Ganz selbstverständlich nimmt er sich Zeit und übernimmt das, was Mama gerade nicht leisten kann.
Die Geschichte zeigt eindrucksvoll welche Auswirkungen eine solche Erkrankung in der Familie auf die Kleinsten haben kann. Sie machen sich Sorgen, sind traurig und plötzlich können sich sogar über ihnen graue Wolken bilden.
Umso schöner ist die Botschaft des Buches, dass es eine Superkraft gegen die graue Wolke gibt, nämlich Reden! Das gilt sowohl für Betroffene als auch für Angehörige. Am Ende des Buches warten noch ein paar Wind-Weisheiten gegen Depressionen und nützliche Links zur Vernetzung.
Ich bin ein großer Fan der Illustratorin Lisa Rammensee. Wie in vielen anderen Kinderbüchern, hat sie auch in diesem hier einen wunderbaren Job gemacht. Farblich wunderschön gestaltet und sehr ausdrucksstark, fängt sie die Emotionen in der Geschichte perfekt ein.
Fazit
"Mamas graue Wolke" unterstützt Betroffene und Familienangehöre (insbesondere Kinder) dabei, Verständnis für die Auswirkungen von Depressionen zu schaffen. Die Autorin geht sehr behutsam mit den kindlichen Emotionen um. Sie verrät außerdem entscheidende Superkräfte, um gegen die kleinen und großen grauen Wolken, die sich über uns bilden, anzukommen: Darüber reden und sich Hilfe holen. Das gilt sowohl für Betroffene als auch für Angehörige.
Im Bereich depressiver Erkrankungen findet bisher noch viel zu wenig Aufklärung statt und genau deshalb ist das Buch so wichtig.
(5 von 5 Punkten)


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