Bis zum letzten Tropfen von Mindy McGinnis

Anja Druckbuchstaben | 20 Oktober 2014 |




Nach einer Choleraepidemie und dem Zusammenbruch der Zivilisation ist sauberes Wasser das wertvollste Gut. Die sechzehnjährige Lynn hat schon früh gelernt, es um jeden Preis zu verteidigen. Gemeinsam mit ihrer Mutter bewohnt sie ein einsames Farmhaus und verbringt ihre Tage damit, Brennholz und Nahrung zu beschaffen. Und den Teich hinter dem Haus vor durstigen Eindringlingen zu schützen. Als eines Tages ein Fremder auftaucht und Lynn und ihre Mutter Fußspuren um den Teich herum entdecken, wird ihnen sofort klar, dass jemand ihre geheime Quelle entdeckt hat. Der Ernstfall, auf den Lynn seit Jahren vorbereitet ist, scheint einzutreten. Eigentlich hat sie keine Angst. Doch dann wird ihre Mutter von Kojoten schwer verletzt. Und Lynn muss sich in den umliegenden Siedlungen Hilfe suchen, denn allein kann sie die Farm nicht retten.

 
Lynn und ihre Mutter leben zu zweit in einer Hütte, in der Nähe eines Weihers. Sie haben nur ein einziges Ziel: Überleben. Resourcen wie Wasser, Essen und Holz sind für sie Gold wert, aber nur sehr schwer zu bekommen. Überall lauern Tiere und andere Menschen. Die beiden verteidigen ihren Weiher und schießen auf alles, was sich ihm nähert. Sie ernähren sich vom Fleisch der Waldtiere und dem, was ihnen die Natur sonst so bietet. Sie müssen ständig auf der Hut sein und so ist auch die Stimmung im Buch ständig angespannt. Lynn hat ihr Leben lang nur Kontakt zu ihrer Mutter gehabt, sonst zu niemandem. Beide sind egoistisch un berechnend, weil sie es sein müssen um zu überleben.
Sie leben in ständiger Angst davor, von anderen Tieren/ Menschen überfallen zu werden.

Leider erfährt man zunächst gar nichts und später nur sehr wenig über die Hintergründe, also darüber was in der Vergangenheit passiert ist. Ich habe mich außerdem gefragt, wie man sich so viele Jahre an diesem einen Ort zusammenkauern kann. Es muss doch noch andere geben. Hat denn keiner der beiden den Drang danach, seine Situation zu verbessern? Siegt nicht irgendwann die menschliche Neugier?
Erst als etwas furchbares passiert, kommt Lynn in Kontakt mit anderen Menschen und das meistert sie gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass sie darin keinerlei Erfahrung hat.
Ein bisschen erschreckt haben mich die kaltblütigen Beschreibungen von blutigen Szenen, aber das passt genau zur Atmosphäre im Buch. Der Schreibstil hat mir gut gefallen.

Zwischendurch hab ich öfter mal überlegt, wie wir verwöhnten iPhone User wohl in dieser Situation klar kommen würden. Schätze fürs Überleben gibt es noch keine App. Auch wenn wir uns sehr sicher in unseren Lebensumständen fühlen, die wir uns geschaffen haben, könnte sich das jederzeit ändern. Ich würde es keine Woche schaffen =)

Mit Freude habe ich verfolgt wie sich die Beziehungen der Charaktere langsam aufbauen und wie Lynn sich verändert. Die Geschichte steigert sich von Seite zu Seite. Irgendwann konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Auch wenn ich mir mehr Glück für Lynn gewünscht habe, empfand ich das Ende als krönenden Abschluss eines wirklich guten Buches.


Wirklich gut geschriebenes Buch über eine interessante Thematik. Authentische Charaktere und ein glaubwürdiger Realitätsbezug. Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt.







Vielen Dank für das Exemplar an Heyne fliegt!

Kommentare:

  1. Schöne Rezi, ich kann dir (fast) nur zustimmen:) Übrigens toller Header!!

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  2. Hey Anja!

    Ich fand das Buch auch MEGA und hab es ratz fatz durchgehabt!
    Was die Hintergründe angeht, hast du vollkommen recht, die fehlten mir auch. Das meiste musste man sich irgendwie zusammenreimen und dann war es doch nicht richtig...
    Aber... es soll ja noch einen zweiten Teil geben, obwohl ich sagen muss, dass mich das Ende total zufrieden zurück gelassen hat. Im zweiten Teil soll as anscheinend dann um die Stadt gehen, vielleicht erfährt man ja dann auch etwas über die Hintergründe. Hoffe ich jedenfalls. :-D

    LG
    Tilly

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