Was Lehrer nicht dürfen von Fernando Rode, Rolf Tarneden und Dallan Sam

Anja Druckbuchstaben | 14 September 2016 |

Erschienen am 12.08.2016 | 112 Seiten | 9,99 € | Fernando Rode, Rolf Tarneden, Dallan Sam | Ullstein



Darf mich mein Lehrer anschreien? Darf er mir mein Smartphone wegnehmen und dann sogar darin herumsuchen? Kriege ich Schmerzensgeld, wenn ich mich im Sportunterricht verletze? Wie viele Klassenarbeiten dürfen pro Woche überhaupt geschrieben werden? Dieses Buch bietet leichtverständliche, fachkundige Antworten auf typische Fragen rund ums Schulrecht. Mit vielen anschaulichen Beispielen und wichtigen Informationen zur Gesetzeslage — rechtzeitig zum Start ins neue Schuljahr. (Quelle: Ullstein)


Auf etwas mehr als 100 Seiten werden zum Großteil sehr interessante Fragen zu den Rechten und Pflichten von Lehrern gestellt, die mir so oder so ähnlich auch schon in den Sinn kamen, als ich noch zur Schule ging. Damals hätte ich mir wohl genau ein solches Werk gewünscht und genau das ist ja auch die Zielgruppe. Als Eltern ist das Buch sicherlich auch ganz interessant, allerdings fühlt man sich nicht immer angesprochen und abgeholt, denn insgesamt würde man die Fragen anders stellen bzw. an weiteren rechtlichen Themen im Zusammenhang mit seinen Kindern, Schule und Lehrern interessiert sein.

Man darf sich nichts gefallen lassen, man darf aber auch nicht zu kleinlich sein. Im Endeffekt ist es immer gut, seine Rechte zu kennen. 
Auf den ersten Blick erwecken Cover und Aussagen wie "Dieses Buch gehört in jede Schultasche" den Eindruck, Schüler hätten hiermit tatsächlich eine Antwort auf all ihre Fragen und vor allem eine Art Waffe gegen das Verhalten ihrer Lehrer in der Hand. Dem ist aber nicht so.
Man muss hier bedenken, dass das Buch mit all den erläuterten Fragen allerhöchstens als grober Leitfaden gesehen werden kann. Am Ende muss doch immer der spezielle vorliegende Fall betrachtet und beleuchtet werden. Für denjenigen, der das Buch bis zum Ende liest und sich die Fälle genau anschaut, der wird das sicher nachvollziehen können. Da ich aber selbst mal Schüler war und ich weiß, dass Faulheit siegt und man sich eigentlich nur rauspickt, was man für nötig hält, wird so ein Werk sicherlich schnell mal für Pauschalaussagen herangezogen werden. Aber gut, dafür können ja nun die Autoren nichts =).
Richtig toll finde ich jedenfalls, dass die Autoren die Möglichkeit anbieten, individuelle Fragen per  Mail zu schicken, um diese dann beantwortet zu bekommen. Das müsste man eigentlich direkt mal ausprobieren!


  
Unterhaltsame Beleuchtung von diversen Schülerfragen, aus rechtlicher Sicht, rund um das Thema Lehrer-Rechte. Da jeder Fall in der Realität unterschiedlich ist und detailliert betrachtet werden muss, kann das Buch aber nur als grober Leitfaden dienen und nicht wie es zunächst den Anschein erweckt, als Pauschal-Waffe gegen die Pauker.


(3 von 5 Punkten)





Vielen Dank für das Exemplar an Ullstein und NetGalley.


 



Kommentare:

  1. HI Anja,
    ist ja cool dass du so ein Buch lesen darfst.
    Ich bin dir schon lange eine Followerin und jetzt zeigt mir doch glatt das GFC an, ich folge dir nicht. Wie merkwürdig.
    Das muss ich gleich nachholen.
    Lieben Gruß Nicole

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  2. Hey Anja!

    Als ich die Überschrift gesehen habe, dachte ich "Wow, was für ein interessantes Buch!". Aber jetzt nachdem ich deine Rezi gelesen habe, muss ich sagen...hm. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Es mag ja unterhaltsam sein und auch für Schüler interessant/hilfreich, aber so aus Lehrerperspektive...ich weiß nicht. Ich habe letztens in den Nachrichten von einem Fall gehört, wo ein Lehrer seine Schüler noch nicht in die Pause entlassen wollte, sich vor die Tür gestellt hat und dann hat ein Schüler gemeint, der Lehrer hätte ihm in den Bauch gefasst und er hätte Bauchschmerzen deswegen gehabt. Die Folge: der Fall landete vor Gericht. Wenn nun so ein Büchlein existiert, kann es, wie du schon richtig sagst, schnell mal zu Pauschalaussagen kommen. Klar ist das nicht "das Problem" der Autoren, aber das Problem der Lehrer :D

    Liebe Grüße
    Laura

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  3. Hallo Anja,

    Das Buch klingt zwar einerseits interessant, aber anderseits betrachte ich das Ganze auch wie Laura eher skeptisch. Ich habe zwar keine eigenen Kinder, aber ich war lange Zeit Ferienbetreuerin und durch so ein Buch gibt man quasi den sogenannten Helikoptereltern oder einigen verzogen Kindern eine weitere Möglichkeit sich gegenüber den Lehrern aufzulehnen. Manchmal mag das Ganze ja berechtigt sein. Ich gehe momentan auch wieder in die Schule und muss mich mit Dozenten rumschlagen. Aber mir tun da die Lehrer schon leid, da sie in den letzten Jahren schon viel von ihrem Respekt verloren haben.
    Aber vielleicht schätze ich die Sache auch falsch ein. Das hoffe ich. :)

    LG Doreen

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  4. Hallo^^

    Auf der einen Seite klingt das Buch schon interessant und hilfreich, aber auf der anderen Seite muss man wirklich abwegen, was die Ausgangssituation ist und ob die Reaktion des Lehrers angemessen war. Manche Lehrer gehen zwar wirklich zu schnell zu den harten Strafen, aber das heißt ja nicht, dass es für alle gilt. Und Schüler sind auch immer nur brave, unschuldige Engel, jeder hat mal irgendwas verbrochen ;-)

    Lg,
    Kira

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  5. Ich wollte das Buch auch sehr gerne lesen, konnte mich aber nicht durchringen! Oft ist es mehr heiße Luft, als brauchbare "Hilfe"! Danke für deine Meinung! LG Verena

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