Zum Inhalt:
»Dafür haben wir jetzt keine Zeit«, war lange der Satz, den die Töchter
von Rachel Macy Stafford am häufigsten von ihrer Mutter hörten. Die
junge Frau verlor sich geradezu in ihrem hektischen Alltag, während sie
versuchte, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Bis es schließlich nicht
mehr weiterging.Nicht für sie, nicht für ihren Partner und vor allem
nicht für ihre Kinder. Rachel Macy Stafford zog daraufhin die Reißleine
und beschloss, ihr Leben zu ändern. Sie entwickelte ein Programm für
mehr Achtsamkeit und Gelassenheit und lernte so auch selbst, endlich
wieder bewusst Zeit mit ihrer
Familie zu verbringen. (Quelle: Ullstein)
Mein Senf zum Buch:
"Während ich so dalag, zu ausgelaugt zum Weinen und zu beschämt, um um Hilfe zu bitten, wurde mir klar, wie schlimm es wirklich um mich stand. Ich war begraben - begraben unter der Last meiner Ablenkungen." (S. 10)
Lenkt uns unser Alltag davon ab, wirklich zu leben und unser Leben zu genießen? Wir ertrinken in ToDo-Listen, hängen ständig am Smartphone, vorm Tablet, am Laptop, am Rechner oder vorm TV. Manchmal auch irgendwie alles gleichzeitig. Wir checken beruflich und private Mails sowie Instagram, Twitter, Facebook und sonstige Social Network Accounts.
Ich selbst habe mich schon oft dabei ertappt wie ich meine Tochter zweimal oder sogar dreimal auffodern musste, zu wiederholen, was sie mir gerade erklärt hatte, weil ich gedanklich von meiner inneren ToDo-Liste oder irgendeiner geschäftlichen E-Mail abgelenkt wurde.
Ich war zwar anwesend, aber nur körperlich und das reicht einfach nicht. Ich will weg von diesem extremen Multitasking-Gedanke.
Und genau darum geht es in "Der Tag, an dem ich aufhörte, "Beeil dich zu sagen".
In ihrem Buch beschreibt die Autorin in 12 Schritten wie man seine Hände endlich wieder frei bekommt. Schluss damit, wichtige Dinge aufzuschieben. Denn wann ist eigentlich später? Schluss mit Ablenkung! Es kommt darauf an, bewusst Zeit zu schaffen und zu genießen.
Rachel Macy Stafford greift hier ein Thema auf, dass so aktuell wie nie zuvor ist und mit dem wir sicher in den nächsten Jahren noch sehr zu kämpfen haben. Diese ganzen technischen Geräte und die Digitalisierung sind wirklich ein Segen, aber auch gleichzeitig ein Fluch. Wir hängen ständig an diesen Geräten, versuchen unablässig die Balance zwischen Beruf, Familie und uns selbst zu finden, aber irgendwie bleibt immer irgendwas auf der Strecke. Als erstes sind das wir selbst und zweitens die Zeit für unsere Kinder. Jedenfalls kann ich das als vollzeit-berufstätige Mutter einer kleinen Tochter genau so unterschreiben. Manchmal bin ich abends so kaputt, dass ich noch vor meiner Tochter einschlafe. Die Woche über habe ich manchmal das Gefühl, nur durchzuhalten anstatt wirklich zu leben.
Im Buch, lässt uns die Autorin daran teilhaben wie sie versucht ihre Prioritäten anders zu setzen und einfach auch mal alle Fünfe gerade sein lässt. Weil es einfach viel zu schwer und völlig unnötig ist, immer auf jedem Schlachtfeld perfekt abzuschneiden. Keiner von uns ist so ein kleiner Duracel-Hase, der ohne Pause trommeln kann.
"Dieses Innehalten, während die ganze Welt sich weiterdreht - bedeutet Leben." (S. 21)
Fazit:
Auch wenn das Buch auf Dauer etwas eintönig wird und die Hälfte der Seiten sicherlich auch gereicht hätte, vermittelt die Autorin eine sehr wichtige Botschaft: Lasst euch nicht ständig von irgendwas ablenken, versucht bewusst zu leben und lasst auch mal alle Fünfe gerade sein. Denn ein später gibt es nicht. Bei einigen Absätzen hatte ich wirklich Tränen in den Augen.
Vielen Dank an den
Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar!!!