Die Kinder vom Birnbaumhaus von Anna Herzog

Anja Druckbuchstaben | 20 Mai 2016 |

Erschienen am 25.02.2016 | 184 Seiten | ab 9 Jahren9,99 € | Anna Herzog | Coppenrath



Wenn du Mieke bist und bald zehn wirst, hast du es eigentlich ziemlich gut: Du hast einen tollen wilden Garten und eine coole Schwester, du hast Anni, Karel und den alten Gustav, der richtige Boote bauen kann, und natürlich den stillen großen Tuve. Bloß ist das ja wohl keine richtige Bande. Mit Kindern in deinem Alter. Falls nun eines wunder-, wunderbaren Tages eine Familie mit zehnjährigen Zwillingen in das weiße Haus nebenan einzieht – dann macht dein Herz einen ziemlich glücklichen kleinen Sprung. Wenn du Mieke bist. Und du rennst sofort rüber und fragst, ob du mitspielen darfst. Aber dann merkst du, wie blöd und gemein das Leben ist. Nein, sagen die Jungen nämlich einfach. Darfst du nicht. Und wenn du schließlich erfährst, was sie mit dem schönen, frisch lackierten Boot vom alten Gustav vorhaben … dann steckst du mitten in einem Bandenkrieg, ob du willst oder nicht. Notfalls sogar ganz ohne Bande! (Quelle: Coppenrath)



Schon nach den ersten paar Seiten hatte ich mich in die detaillierten Beschreibungen der Umgebung, der Sinneseindrücke und den Erzählstil im Allgemeinen verliebt. Man kann sich Miekes Umgebung und Gefühlswelt wunderbar vorstellen, es fühlt sich an als wäre man wirklich da. Zusammen mit meiner Tocher habe ich schon sehr viele Kinderbücher gelesen. Für mich ragt der Erzählstil ganz deutlich heraus, wenngleich er auch etwas anspruchsvoller auf mich wirkt. Meine Tochter (7 Jahre) hatte aber offensichtlich keine Probleme die Geschichte zu verstehen, sie hat jedes Wort, dass ich vorgelesen habe geradezu aufgesaugt.

Im Buch werden durchaus auch ernste Themen betrachtet und dabei schafft es die Autorin immer, den Blickwinkel eines Kindes darauf zu bewahren. Das hat sich für mich sehr authentisch angefühlt.
Neue Freunde zu finden kann ganz schön Arbeit sein. Nicht immer ist man sich von Beginn an sympathisch. Oft hat man auch einen ersten falschen Eindruck von jemandem und man muss erst hinter die Fassade schauen. 
Auch die Überforderung von Kindern durch die Erwartungen ihrer Eltern und die Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder wird thematisiert. Um ehrlich zu sein hatte ich so ernste Töne gar nicht erwartet. Die Umsetzung ist allerdings wirklich gut und aus meiner Sicht auch für Kinder gut verständlich.

Mieke ist ein liebenswertes und abenteuerlustiges Mädchen. Sie hat Mitgefühl für andere und möchte, dass es stets fair zugeht, trotzdem ist sie sich für einen guten Streich nicht zu schade. Auch die anderen Charaktere sind auf ihre Art liebenswert, aber vor allem authentisch.

Am Ende des Buches steht eine dramatische Rettungsaktion, die die Geschichte zufriedenstellend abrundet.

         
    
  

Eine wunderbar aufregende und abenteuerliche Geschichte, die auch ernste Themen für Kinder verständlich verpackt und deren Gefühle und Verhalten authentisch rüber bringt. Der Erzählstil der Autorin, geprägt durch Beschreibungen von Umgebung und Sinneseindrücken, ragt meiner Ansicht nach besonders heraus und macht diese Geschichte so besonders. 



(5 von 5 Punkten)






Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an Coppenrath und Blogg dein Buch. Ihr könnt das Buch hier kaufen!





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