Jackaby von William Ritter

Anja Druckbuchstaben | 22 August 2016 |

Erschienen am 11.07.2016 | 320 Seiten | 9,99 € | ab 13 Jahren | William Ritter | cbt



New Fiddleham 1892: Neu in der Stadt und auf der Suche nach einem Job trifft die junge Abigail Rook auf R. F. Jackaby, einen Detektiv für Ungeklärtes mit einem scharfen Auge für das Ungewöhnliche, einschließlich der Fähigkeit, übernatürliche Wesen zu sehen. Abigails Talent, gewöhnliche, aber dafür wichtige Details aufzuspüren, macht sie zur perfekten Assistentin für Jackaby. Bereits an ihrem ersten Arbeitstag steckt Abigail mitten in einem schweren Fall: ein Serienkiller ist unterwegs. Die Polizei glaubt, es mit einem gewöhnlichen Verbrecher zu tun zu haben, aber Jackaby ist überzeugt, dass es sich um kein menschliches Wesen handelt (Quelle: cbt)


Man muss Jackaby einfach mögen! Es geht gar nicht anders. Er hat so eine naiv ehrliche Art an sich. Er stößt den Leuten damit regelmäßig vor den Kopf, meint es aber gar nicht böse und merkt das selbst auch gar nicht. Jedenfalls hatte ich den Eindruck.
Durch seine sonderbare und verschrobene Art, bleibt Jackaby aber auch immer ein Stück weit auf Distanz. Schade! Ich will eigentlich noch viel mehr über ihn persönlich erfahren und mehr Zeit mit ihm verbringen. Er erinnert mich an Jonathan Strouds Anthony Lockwood, nur etwas verschrobener und vielleicht erwachsener/ förmlicher.

"Jackaby bewegte sich mit der staksigen Grazie eines neugeborenen Fohlens, hielt jedoch mit schlafwandlerischer Sicherheit von den Pfützen mit den flüssigen Beweisen Abstand." (S. 184)

Jackabys neue Assistentin Abigail Rook ist ihrer Zeit weit voraus. Sie hat es nicht leicht als Frau Anerkennung für etwas zu finden, das nichts mit einer sicheren Heirat zu tun hat. 
Ich mag starke und unabhängige Charaktere und trotzdem hat sie mich ab und zu enttäuscht und genervt. Ich konnte ihre Beweggründe nicht wirklich nachvollziehen. Außerdem hätte ich sie mir in der ein oder anderen Situation etwas entschlossener gewünscht. Stattdessen fällt sie genau in die Verhaltensmuster zurück, die den Erwartungen der damaligen Zeit an Frauen entsprechen.  

Die Ausdrucksweise im Buch ist etwas förmlich, was natürlich absolut in die Zeit passt, in der die Geschichte spielt. Zu meiner Überraschung hat mir der Stil richtig gut gefallen. Ich hab mit sowas sonst öfter mal meine Problemchen. Einen großen Teil dazu beigetragen, haben sicherlich die vielen humorvollen und sarkastischen Passagen und Dialoge.

"Meine Worte schwebten durchs Dunkel, als schämten sie sich, mit mir gesehen zu werden. Der Blick, mit dem mich Jackaby bedachte, war kein unfreundlicher, sondern eher ein mitleidiger. Einer von der Art, wie man ihn vielleicht einem besonders tollpatschigen Hundebaby zuwirft, das auf der Jagd nach seinem eigenen Schwanz vom Bett geplumpst ist." (S. 73)

Die Geschichte an sich fand ich interessant und spannend. Detektivische Ermittlungen gepaart mit übernatürlichen Wesen und Vorkommnissen, das ist absolut meins. Zwischendurch hätte ich mir einen etwas rasanteren Verlauf und mehr Action gewünscht. Das bekam ich dann erst gegen Ende geboten.


  
Eine spannende Detektiv-Geschichte mit einem sympathischen und verschrobenen Protagonisten und aufregenden übernatürlichen Elementen. Interessanter zu lösender Fall, grandioser Humor und angenehmer Schreibstil. Ich hoffe auf eine Fortsetzung.



(4 von 5 Punkten)





Vielen Dank für das Exemplar an den cbt Verlag!





Kommentare:

  1. hey :)

    Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, weil mir das Cover so gut gefällt. Inhaltlich war ich mir aber nicht so sicher, ob es nach meine Geschmack ist. Kennst du die "Feenjägerin?" Geht das Buch in diese Richtung so vom Monster-Faktor her? :D Falls du es nicht kennst, solltest du dir das auch mal näher anschauen ;)
    Du machst mich auf jeden Fall ziemlich neugierig und gerade die verschrobene Art von Jackaby wäre sicher genau meins.

    Liebe Grüße
    Lena

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    1. Hallöchen Lena,

      so allein vom Klappentext her würde ich mal sagen, dass die Feenjägerin und Jackaby auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Der Monster-Faktor lässt sich daraus leider nur schwer erkennen ^^. Bei Jackaby geht es um ein bestimmtes Monster und außerdem um Geister, Erscheinungen und Übernatürliches.
      Wenn du auf Sherlok Holmes (den ich noch nie gelesen habe), Lockwood & Co, die Reihe um Peter Grant (Flüsse von London) und SMI (Smart Magical Investigation) stehst, dann solltest du Jackaby auf jeden Fall nicht verpassen.

      LG
      Anja

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  2. Hallo Anja,

    freut mich, dass dich das Buch auch überzeugen konnte. ^^

    Stimmt, ich fand es auch ein bisschen schade, dass man nicht mehr über Jackaby erfährt, allerdings ist das ja auch erst der Reihenauftakt. Ich hoffe, dass das Potenzial in den Fortsetzungen weiter genutzt wird ... und dass diese übersetzt werden. ;D

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Huhu Dana,

      wenn es tatsächlich weitere Übersetzungen von Jackaby gibt, dann bin ich auf jeden Fall dabei! =)

      LG
      Anja

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  3. Guten Morgen!

    Ich fand das Buch auch sehr erfrischend! Ich mag ja die Sherlock Geschichten eh sehr gerne und auch die Adaptionen - und das hier ist nochmal ein Stückchen anders und was besonderes!
    Eine schöne Rezi! ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hey Aleshanee =)

      Ich hab ja Sherlok nie gelesen (warum weiß ich auch nicht), aber Jackaby ist mir wirklich sehr sympathisch. Sehr gelungener Auftakt =).

      LG
      Anja

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  4. Das Zitat über den Hund ist ja wirklich herrlich. Schöner Schreibstil. :D

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  5. Hey,

    eine schöne Rezension :) Das Buch steht schon seit einer Weile auf meiner Wunschliste und durch deine Äußerungen ist es ein wenig nach oben gerutscht. "Eine spannende Detektiv-Geschichte mit einem sympathischen und verschrobenen Protagonisten und aufregenden übernatürlichen Elementen. Interessanter zu lösender Fall, grandioser Humor und angenehmer Schreibstil." klingt ganz genau nach meinem Geschmack :)

    Liebe Grüße,
    Kerstin

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    1. Huhu Kerstin =)

      Das freut mich natürlich, dass ich das Buch etwas weiter höher treiben konnte. Ich finde den Auftakt wirklich sehr gelungen. Kann es kaum erwarten, dass es hier weiter geht =)

      LG
      Anja

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