Buch vs. Film - Die Vermessung der Welt

Anja Druckbuchstaben | 16 April 2013 |


Ein Film, den ich unbedingt im Kino sehen wollte, weil mich das Buch von Daniel Kehlmann so überrascht hatte. Leider hab ich es nicht rechtzeitig ins Kino geschafft, der Film lief nämlich nicht lang genug. Jetzt ist "Die Vermessung der Welt" endlich auf DVD erschienen.
Die ersten 20 Minuten, die sich mit der Kindheit von Gauß und Humboldt beschäftigen, war ich sehr skeptisch. Die Machart des Films hat mich sehr überrascht. Es gibt im Film einen Erzähler. Das war für mich sehr gewöhnungsbedüfrtig.
Als Gauß und Humboldt schließlich erwachsen sind und ihre "Abenteuer" beginnen und man mehr und mehr tropische Bilder zu sehen bekommt, bin ich erst richtig in die Geschichte reingekommen.
Humboldts unnachahmlicher Forscherdrang ist wunderbar umgesetzt worden, sehr authentisch und total schräg. Genau wie im Buch.
Der Charakter Bonpland ist im Film ebenfalls sehr gut getroffen.
Die Darstellung der Eigenarten von Gauß und Humboldt, ein absoluter Genuss:

Gauß: "Geld verdienen ist nicht schwer, wenn man nichts wichtiges zu tun hat." oder "Mein Lebenswerk ist getan, von jetzt an ist alles Nachspiel"

Im Film gibt es ein Szene, bei der ich mich am liebsten unter der Decke versteckt hätte: Gauß' Besuch beim Zahnarzt in der damaligen Zeit war mehr als erschreckend. 

Wie am Ende des Buches, treffen auch am Ende des Films Gauß und Humboldt endlich aufeinander, das fand ich sehr bewegend. Ich bin außerdem sehr froh, dass die Szene mit dem Fotograf verfilmt wurde, denn die war im Buch schon unschlagbar: Bei dem Versuch ein Foto von Gauß und Humboldt zu erzeugen, was eine regungslose Verweildauer von etlichen Minuten erfordert, läuft Gauß genervt aus dem Bild. Daraufhin kommt es zu folgendem Dialog:

Humboldt: "Nun ist der Augenblick für immer verloren".
Gauß: "Genau wie alle anderen".
Fazit:
Die Verfilmung ist sehr gut gelungen. Wahrscheinlich weil sie so nah am Buch ist! Das finde ich sehr erfrischend.

Buch 1 : 1 Film





Kommentare:

  1. Es ist selten, dass eine Verfilmung so gut ist wie ein Buch, deswegen finde ich es sehr schön, wenn man auch mal andere Erfahrungen macht. So zum Beispiel (finde ich) auch bei "Zwei an einem Tag" von David Nicholls. *Schwärm.

    Liebst, Lotta

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    1. Hallo Lotta,

      da hast du natürlich vollkommen Recht =). Ich persönlich stehe ja nicht so auf Nicholas Sparks, wobei mir da die Filme etwas besser gefallen als die Bücher, die ich bisher von ihm gelesen habe.

      LG
      Anja

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  2. also ich fand das buch besser, aber der film war auch gut :D

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  3. Hallo,

    eine wirklich sehr schöne Gegenüberstellung, gefällt mir gut!
    Ich fand den Erzähler eigentlich sehr nett, die Stimme hat auch sehr gut zur Geschichte gepasst.

    Der Forscherdrang war wirklich gut gemacht, auch wenn er mir im Buch noch besser gefallen hat. Da wollte ich wirklich sofort los und selbst fremde Welten entdecken.

    Die Szene mit dem Fotografen war genial, da stimme ich dir zu. Wie einfach so etwas heute geht...^^

    Liebe Grüße,
    Julia

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