Auf dem Rand von Christoph A. G. Klein

Anja Druckbuchstaben | 12 September 2013 |
Zum Inhalt:
Seine Freundin A. ist seit einem halben Jahr in New York. Er sehnt sich nach Zuneigung. Irgendwie muss er A. erklären, dass er mit P. einen Kurzurlaub plant. Für P. schwärmt er seit zwei Jahren – die Liebe zu A. scheint endlich. Eine idealisierte, phantastische Beziehung steht in den Schilderungen des Protagonisten einer komplizierten, destruktiven gegenüber. Letztere ist Realität. Kurz vorm Scheitern. Seine Hoffnungen liegen auf dem Urlaub. Kann er Anlass sein, die Phantasie an die Stelle der Realität treten zu lassen? Doch der Protagonist versagt. Die Erkenntnis, dass P. unerreichbar bleibt, zerstört ihn. Traum und Wirklichkeit überlagern sich, reißen ihn in eine gefährliche Spirale aus Gedankenlosigkeit und Selbstzerstörung – bis er den richtigen Umgang mit sich und den Enttäuschungen des Erwachsenwerdens findet und sich wieder auf sich selbst besinnen kann.

Mein Senf zum Buch:
Seit Tagen denke ich über dieses Buch nach und versuche die richtigen Worte für eine Rezension zu finden. Warum es mir so schwer fällt? Nunja, es ist eben keines dieser vielen Fantasie-Geschichten, die ich sonst so lese. In die man einfach eintaucht, sobald man die erste Seite aufgeschlagen hat, und aus der man mühelos wieder auftaucht, sobald man das Buch zuklappt. 
Hier geht es um reale Gefühle und Geschehnisse, die einem bekannt vorkommen, wenn man schon einmal an einem solchen oder ähnlichen Punkt in seinem Leben angekommen ist. Hier werden keine schleimigen Monster mit irgendwelchen Seraphklingen bekämpft, sondern hier geht es vor allem um die Dämonen in einem selbst. Wie schnell und einfach die Realität, Träume und mühevoll aufgebaute Illusionen zerstören kann.Wie schnell man ins Straucheln geraten und von seinem Weg abkommen kann, um am Ende doch zu sich selbst zu finden.

Auf nur 128 Seiten nimmt der Autor den Leser, in die Gefühls- und Gedankenwelt des Protagonisten mit. Und auch wenn ich mit dem Verhalten und den Gedanken des Protagonisten nicht immer zufrieden war, im Gegenteil, manchmal war ich wirklich schockiert, hat mir der Ausflug gut gefallen. Einen großen Teil dazu beigetragen hat sicherlich der Schreibstil des Autors, den ich nicht anders als poetisch beschreiben würde.
Im Nachhinein betrachtet, hätte ich das Buch gerne in einer Leserunde gelesen, weil es so viele Textstellen gibt, über die man sich Gedanken macht und die Stoff für Diskussionen bieten.

"Es gibt Phasen, da überkommt mich die Zuversicht, dass alles einen Sinn ergibt. Ich glaubte schon immer an Schicksal. Alles hat seine Bestimmung und erfüllt einen Zweck, den wir manchmal nur schwer und spät erkennen. Doch das Leben hat seine Gründe, die der Verstand nur langsam versteht. Wir sind zu langsam für diese Welt." (S. 110)

Fazit:
Kein Buch, bei dem man abschalten kann, sondern sich konzentrieren muss, um keinen Augenblick zu verpassen. Eine Geschichte, die einen auch dann noch beschäftigt, wenn man das Buch längst zugeklappt hat.

 5 von 5 Sternen


Vielen Dank Christoph, dass ich dein Buch lesen und rezensieren durfte. Ich mag deinen Stil und würde gerne mehr von dir lesen =)






Vielen Dank Christoph, dafür 

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