Ein kleines Wunder würde reichen von Penny Joelson

Anja Druckbuchstaben | 06 August 2018 |
Erschienen am 23. Mai 2018 | 320 Seiten | 16,99 €
Penny Joelson | FJB


Klappentext

Jemma kennt ein schreckliches Geheimnis: In ihrer Nachbarschaft ist ein Mord passiert, und sie weiß, wer es getan hat. Denn die Leute erzählen ihr Dinge, weil Jemma nichts weitersagen kann. Sie ist vollständig gelähmt und kann sich weder bewegen noch sprechen. Aber Jemma entgeht nichts. Als sie mit dem furchtbaren Geheimnis konfrontiert wird, ist sie völlig hilflos. Jemma weiß, dass ihr nur ein kleines Wunder helfen kann. Und sie ist fest entschlossen, alles für dieses Wunder zu tun. (Quelle: FJB)

Senf


Ausgehend vom Klappentext, wusste ich ungefähr, was mich hier mit Jemma erwarten würde. Aber um ehrlich zu sein, hatte ich keinen Schimmer wie schlimm es wirklich ist. Jemma ist wie in sich selbst gefangen. Ihr Verstand ist hellwach, aber ansonsten ist sie völlig hilflos. Sie kann sich nicht bewegen, keinen Milimeter und sprechen kann sie auch nicht. Gesichtsausdrücke zu deuten, ist bei ihr ebenfalls schwierig, da ihr Gesicht stellenweise etwas schief ist.

Was ich aber so gar nicht verstanden habe war, dass es nicht möglich ist, ein einfaches Ja/ Nein abzufragen. Jemma kann ja blinzeln und ich dachte zumindest darüber wäre das machbar. Ich fand das etwas frustrierend.

Jemma geht es den Umständen entsprechend gut, solange sie von Menschen umgeben ist, die es gut mit ihr meinen und sich um sie kümmern. Leider sind aber nicht alle Menschen nett. Es gibt jemanden, der Jemma permanent in eine sehr bedrohliche Situation bringt und zwar auf widerwärtige Weise. Niemand bekommt etwas davon mit und so konnte ich nur hilflos zuschauen.

Die Geschichte braucht etwas Anlauf, bis sie sich schließlich Richtung Krimi entwickelt. Sehr interessant fand ich die Stellen, an denen Jemma mit ihrer Schwester konfrontiert wird.

"Jodi ist so, wie ich hätte sein sollen - wie ich innerlich wirklich bin. Wenn ich sie sehe, habe ich das Gefühl, auch schön zu sein. Das gibt mir Kraft." (S. 221)

Im weiteren Verlauf wirkte die Story auf mich etwas schleppend. Es gab aus meiner Sicht zu wenig Fortschritte, sowohl bei Jemma als auch bei einer vermissten Person. Als Leserin hat mir das ein wenig Durchhaltevermögen abverlangt.

Auf den letzten 50 Seiten nimmt das Buch dann ordentlich an Fahrt auf. Das liegt zum einen daran, dass Jemma erhebliche Fortschritte macht und zum anderen daran, dass der Fall um die verschwundene Person aufgeklärt wird.

Fazit

Wie wichtig die Fähigkeit zu kommunizieren ist, zeigt die Autorin mit Hilfe der Geschichte von Jemma deutlich auf. Dies gilt für jeden von uns, aber ganz besonders für Menschen mit Behinderungen/ Benachteiligungen.
Das Buch vereint Schicksalsschlag, Leben in Pflegefamilien und Krimi. Zwischendurch ist etwas Durchhaltevermögen nötig, bevor es dann zum Schluss richtig rasant und spannend wird.




 (3 von 5 Punkten)




Vielen Dank für das Exemplar an FJB


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