Firewall von Erin Jade Lange

Anja Druckbuchstaben | 05 Februar 2020 |


Erschienen am 31.01.2020 | 352 Seiten | 16,00 € | ab 13 Jahren
Erin Jade Lang | Magellan Verlag


Infos zum Inhalt

Sie wollen Gerechtigkeit – es den Leuten heimzahlen, die ihren Mitschüler durch schlimme Mobbingattacken auf dem Gewissen haben. Und gleichzeitig die Cyber-Stasi, die seitdem sämtliche Onlineaktivitäten an der Schule aufs Strengste überwacht, austricksen. Dabei soll Eli ihnen helfen. Eli selbst ist zwar klar, dass das gefährlich werden könnte, aber die Verlockung, seine Hackerfähigkeiten zu testen, ist einfach zu groß. Doch was als Spiel beginnt, gerät nach und nach außer Kontrolle, und Eli erfährt, was passiert, wenn man Gerechtigkeit mit Rache verwechselt.
(Quelle: Magellan Verlag)

Senf


"Die Website war eine Möglichkeit, ein System bloßzustellen, das ich aus tiefstem Herzen verachtete. Ein System, dessen Ziel es war, uns an dem einen Ort zum Schweigen zu bringen, an dem ich das Gefühl gehabt hatte, überhaupt eine Stimme zu haben." (S. 74)

Eli ist in der 10. Klasse und ein ziemlicher Computer-Nerd, was seiner Ansicht nach ein völlig anderes Level ist als beispielsweise ein Bücher-Nerd.
Vor einem Jahr ist in seiner Schule etwas schreckliches passiert. Eine Junge wurde so sehr gemobbt, dass er sich in der Cafeteria vor allen mit Benzin übergoss und anzündete.
Der Einstieg ins Buch beginnt also mit einem ziemlichen Schock für den Leser. Damit hatte die Autorin meine komplette Aufmerksamkeit. Ihr lockerer und unterhaltsamer Schreibstil steht dabei im kompletten Gegensatz zu den schlimmen Ereignissen an Elis Schule.

Um den Mobbern eins auszuwischen, wird Eli von zwei Jugendlichen angeheuert. Sie schließen sich zusammen und blasen zum Gegenangriff. Sie nennen es Gerechtigkeit, wenn sie einzelne Personen ebenfalls bloßstellen und ihnen somit schaden. Recht schnell wird klar, dass es eher Rache ist als Gerechtigkeit.

Nach dem explosiven Einstieg ins Buch, flachte die Spannung leider erstmal ordentlich ab. Auf jeder zweiten Seite werden die ACM-Programmier-Wettbewerbe und die Cyber-Stasi thematisiert. Das war mir etwas zu eintönig. Mit jeder neuen Seite habe ich gehofft, dass die Geschichte endlich wieder Fahrt aufnimmt. Leider ließ mich die Autorin was das angeht im Stich. Erst gegen Ende lässt sie eine ziemliche Bombe platzen. Sie liefert eine Wendung und Dramatik, die ich so nicht habe kommen sehen.
Letztlich sind Täter und Opfer für mich nicht mehr eindeutig abgrenzbar. Es ist gar nicht so einfach zwischen all den Schuldgefühlen den Durchblick zu behalten. Diesen Zwiespalt und die Komplexität der Lage, hat die Autorin wirklich gut vermittelt.

Jeder hat sein Päckchen zu tragen und niemand behauptet, dass es Jugendlichen heutzutage leicht gemacht wird, aber bei Mobbing hört der Spaß auf. Niemand hat das Recht, einen anderen Menschen seelisch so zu verletzen.


Fazit

Das zentrale Thema diese Buches ist Mobbing, Freundschaft, Vergeltung und Gerechtigkeit. Die Autorin liefert einen schockierenden Einstieg und ein überraschend tragisches Ende. Dazwischen ließ die Spannung leider etwas auf sich warten. Täter und Opfer sind manchmal nicht eindeutig zu unterscheiden, das hat die Autorin sehr deutlich gemacht.




(3 von 5 Punkten)



Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den Magellan Verlag!




Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Anja,

    das ist ja etwas schade, dass die Spannung sich nicht konstant über das ganze Buch gehalten hat. Das Thema bietet sich dafür eigentlich ganz gut an.
    Ich denke, mich hätte es auch ermüdet ständig nur vom Programmier-Wettbewerb und Co. zu lesen.
    Toll das dennoch das Thema Mobbing aufgegriffen wurde. Was bei uns in der Gesellschaft leider zum immer größeren Thema wird. :-(

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hallöchen liebe Sandra =)

      Ja ein bisschen schade ist das mit der fehlenden Spannung im Mittelteil. Dass die Autorin es drauf hat, beweist sie ja zu Beginn und Ende des Buches. Ich hätte auch nichts gegen ein paar mehr technische Details gehabt. Das Hacken an sich bleibt nämlich immer nur an der Oberfläche. Nunja der zentrale Punkt ist eben das Mobbing und was das angeht, kann ich das Buch sehr empfehlen.

      LG
      Anja

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