Der weiße Wal erzählt seine Geschichte von Luis Sepúlveda

Anja Druckbuchstaben | 18 Februar 2021 |

Erschienen am 26.08.2020 | 96 Seiten | 12,00 € | ab 9 Jahren
  Luis Sepúlveda| Sauerländer


Infos zum Inhalt

»Moby Dick« erzählt aus der Perspektive des weißen Wals. Mit »Moby Dick« ist der sagenumwobene weiße Wal als Schiffe zerstörendes Ungeheuer in die Weltliteratur eingegangen. Luis Sepúlveda lässt den Wal selbst zu Wort kommen, der seine Stimme voller Weisheit gegen die erbarmungslosen Jäger erhebt. Als Ältester der Herde war es seine Aufgabe, sich den Walfängern entgegenzustellen, um seine Schutzbefohlenen vor dem Tod zu retten. (Quelle: Sauerländer)

Senf


"Die Menschen, dachte ich, wie klein sie sind und welch unbarmherzige Feinde." (S. 37)

Nachdem ich an "Moby Dick" schon zweimal gescheitert bin und das Buch abgebrochen habe, dachte ich, ich versuche es mal aus der Perspektive des Wals selbst. Und was soll ich sagen? Schon von der ersten Seite an, hat mir diese Geschichte gefallen.
 
Aus Sicht des Wals lernen wir uns Menschen selbst besser kennen, aber nicht unbedingt mehr mögen. Er erzählt von den ersten Anfängen der Menschen auf dem Wasser. Auf einfachen Brettern und mit so viel Angst in den Knochen. Anfangs empfindet der Wal noch so etwas wie Verwunderung und Anerkennung. Doch der Mensch entwickelt sich mehr und mehr zur Bedrohung. 
 
"Mir kam das Verhalten der Menschen bei ihrer Begegnung auf dem Meer sehr seltsam vor. [...]. Anscheinend sind die Menschen die einzige Spezies, die ihresgleichen angreift. Mir hat nicht gefallen, was ich von ihnen gelernt habe." (S. 29)

Mit weisen Worten und auf fast schon philosophische Art regt er den Leser zum Nachdenken an. 
Die Geschichte von Moby Dick aus Sicht des Wals selbst zu erfahren, hat mir Spaß gemacht und eine völlig neue Perspektive eröffnet. Auch wenn ich zum Ende hin immer betrübter wurde, so habe ich das Buch doch sehr genossen. Ich habe wirklich keine Ahnung, was wir Menschen uns eigentlich denken.



Fazit

Sprachlich sehr ansprechend und mitreißend, führt uns der Autor die Geschichte von Moby Dick aus Sicht des Wals vor Augen. Zunächst ist der Wal beeindruckt von der menschlichen Anpassungsfähigkeit und dem Ehrgeiz. Doch letztlich bleiben wir Menschen uns selbst treu und tun das, was wir so oft tun: Töten und Zerstören. Ein unterhaltsames und nachdenklich stimmendes Buch mit einer wichtigen Botschaft: Stoppt endlich den sinnlosen Walfang und die rücksichtslose Ausbeutung der Meere!



(4 von 5 Punkten)



Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an Sauerländer!




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