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Lesung mit Jonathan Stroud - Neues von Scarlett & Browne, Lockwood und Bartimäus

Anja Druckbuchstaben | 20 November 2022 | 3 Kommentare

 Hallöchen Ihr Lieben!

Gestern Abend hatte ich die wunderbare Gelegenheit, bei einer Lesung von Jonathan Stroud dabei zu sein. Inmitten der Erfurter Altstadt im Haus Dacheröden sprach der unglaublich sympathische Autor über seine aktuelle Reihe rund um die beiden jugendlichen Outlaws Scarlett McCain und Albert Browne. Dabei hat er ein paar sehr interessante Details verraten. Moderation, deutsche Lesung und Übersetzung hat die mindestens ebenso sympathische Tina Lurz übernommen (siehe Foto).



In einem Raum randvoll mit interessierten Lesern, hat uns Jonathan Stroud jede Menge spannende Infos zur aktuellen Reihe, aber auch zu einem möglichen Wiedersehen mit Lockwood und Bartimäus verraten.

Infos zu Scarlett & Browne 
und seinem Vorgehen als Schriftsteller

Diese neue Reihe (Trilogie) ist entstanden, weil Jonathan Stroud gerne einen britischen Western schreiben wollte (natürlich vollgepackt mit jeder Menge Fantasy). Er schreibt gerne über ungewöhnliche Teams und wer eins seiner Bücher bereits kennt, wird das bestätigen können. Bevor er jedoch Scarlett & Albert als Protagonisten in den Vordergrund seiner Geschichte stellte, hat er mindesten 10 verschiedene Anfänge verfasst, die er alle wieder verworfen hat. Das kennzeichnet insgesamt recht gut seinen Schreiballtag wie er sagt. Neben all den Texten, Kapiteln etc, die er verfasst, streicht er selbst gnadenlos das weg, was die Geschichte nicht weiter bringt. 
Zu den beiden Charakteren Scarlett und Browne sagt er: "Don't mess with Scarlett!". Und wer das Buch bereits kennt, der weiß genau, was er meint. Scarlett ist eine 17 jährige, ungeduldige und zynische Banditin, die perfekt mit Waffen umgehen kann und kein Risiko scheut. Als Scarlett auf Albert trifft, ist der für sie nur eins: "a pain in the ass". Albert ist Scarlett zu langsam, zu freundlich und viel zu naiv. Und trotzdem formt der Autor aus beiden ein unschlagbares Team.
Da alle seine anderen Reihen in London spielen, hat er sich für seine Outlaws eine andere Umgebung ausgedacht. Er hat sich einfach eine aus seiner Sicht todlangweilige Stadt in England genommen und sie ordentlich aufgepeppt: 

Seine geschaffenen Charaktere lernt er erst während des Schreibens richtig kennen und für ihn ist es wichtig, dass er sie mag. Er steht außerdem schon immer auf Karten am Anfang eines Buches. Deshalb gibt es in Scarlett & Browne auch eine, auf der man den Weg der beiden Banditen verfolgen kann.
Auf die Frage, wie er es hinbekommt, Umgebungen und Landschaften so deutlich beschreiben zu können, sagt er, dass er diese sehr deutlich vor seinem inneren Auge sieht und es ihm dadurch leicht fällt. Er mag aber ebenso gerne actionreiche Szenen und witzige/ hitzige Dialoge und Situationen.


Im Rahmen der Lesung hat er uns außerdem einiges über seine Anfänge des Schreibens erzählt. Eines seiner ersten Werke war beispielsweise eine Art Comic/ Game, bei dem es verschieden Ausgänge gibt, je nachdem, welche Entscheidungen man trifft. Es heißt: "Tower of the undead" und er hatte es sogar dabei (siehe Bild) =).


News zu Lockwood und Bartimäus

Während des fünften Bandes von Lockwood & Co. hatte Jonathan einen richtigen Durchhänger, was Geister angeht. Er hatte sich mittlerweile so viele unterschiedliche davon ausgedacht, dass er mit dem Abschluss der Reihe erstmal froh war, dass er damit durch ist. Nach ein wenig vergangener Zeit und mit etwas Abstand dazu, könnt er sich jedoch vorstellen wieder in diese Welt einzutauchen.

Ganz konkret hat er bereits eine Liste mit Ideen für mögliche weitere Abenteuer von Lockwood & Co. sowie für Bartimäus. Ob wir diese jemals auf Papier sehen werden? Alle Zuhörer haben ihn jedenfalls ermutigt, uns weitere Geschichten zu liefern. Mal sehen, was er daraus macht. Er hat mich da sehr neugierig und erwartungsvoll zurückgelassen. 


Zur Verfilmung von Lockwood & Co

Am 27. Januar 2023 startet auf Netflix die Serie zu Lockwood & Co. Es gibt eine erste Staffel mit insgesamt 8 Episoden. 

Jonathan Stroud hat bisher die ersten drei Folgen gesehen und findet die Umsetzung und die Schauspieler großartig. Aus seiner Sicht sind Anthony und Lucy perfekt besetzt. Außerdem hatte er am Set die Gelegenheit in Lockwoods Haus einzutreten. Er sagt, das war für ihn ein unvergesslicher Einblick in seine eigene Welt. Es war alles genau so wie er es sich immer vorgestellt hat. 

(Quelle: Netflix)



Scarlett & Browne - Die Outlaws von Jonathan Stroud

Anja Druckbuchstaben | 27 Mai 2021 | 3 Kommentare

  

Erschienen am 13.04.2021 | 448 Seiten | 22,00 € | ab 13 Jahren
  Jonathan Stroud | cbj


Infos zum Inhalt

Ein tolldreistes Duo in den Wilden Weiten Englands Ein tragisches Unglück in ihrer Vergangenheit hat die 17-jährige Scarlett McCain zur Gesetzlosen gemacht. Inzwischen ist sie eine geschickte Bankräuberin, hervorragende Kämpferin und Meisterschützin. Nach einem ihrer Beutezüge trifft sie bei ihrer Flucht durch die Wälder auf den hilflosen 15-jährigen Albert Browne. Wider besseres Wissen erklärt sich Scarlett bereit, ihm zu helfen. Ein fataler Fehler. Halb England ist dem Jungen auf den Fersen, der über eine geheimnisvolle Fähigkeit verfügt, und die andere Hälfte jagt Scarlett wegen ihrer Überfälle. Und so beginnt eine halsbrecherische Flucht durchs ganze Land, die Verfolger im Nacken ... (Quelle: cbj)

Lockwood & Co. - Das grauenvolle Grab von Jonathan Stroud

Anja Druckbuchstaben | 27 November 2017 | 13 Kommentare
Erschienen am 27.11.2017 | 506 Seiten | ab 12 Jahren | Band 5 (Finale) 
19,99 € | Jonathan Stroud | cbj Verlag


Klappentext

In ihrem letzten Abenteuer begeben sich die Agenten von Lockwood & Co. auf eine lebensgefährliche Mission: Sie brechen in das mit Sprengfallen gesicherte Mausoleum ein, in dem die legendäre Agentin Marissa Fittes ruht. Doch tut sie das wirklich? Und das ist nur eine der alles entscheidenden Fragen, deren Antwort die blutjungen Agenten ergründen müssen. Erst dann können sich Lockwood & Co. ihren Widersachern, seien sie lebendig oder aus dem Reich der Toten, in einer letzten gewaltigen Auseinandersetzung stellen. Damit ihnen dies gelingt, müssen sie sich auf die Hilfe einiger völlig unerwarteter und ungeheuer unheimlicher Verbündeter einlassen. Grusel, Gänsehaut und Grabgelächter garantiert! (Quelle: cbj Verlag)

Lockwood & Co. - Das flammende Phantom von Jonathan Stroud

Anja Druckbuchstaben | 12 Dezember 2016 | 10 Kommentare
Erschienen am 28.11.2016 | 512 Seiten | ab 12 Jahren | Band 4 | 19,99 € |
Jonathan Stroud | cbj Verlag


Klappentext

Im vierten Abenteuer um die Geisterjägeragentur Lockwood & Co. bekommen Anthony Lockwood und George es mit einem besonders schrecklichen Verbrechen zu tun. Die Spur hinter dessen dunklem Geheimnis führt sie mitten ins Herz der Londoner Gesellschaft. Um diesen Fall zu klären, müssen sie alle Kräfte mobilisieren und so bitten sie die in Geisterdingen hochbegabte Lucy, als Beraterin in die Agentur zurückzukehren. Doch die Freunde ahnen nicht, wie sehr diese Nachforschungen sie selbst in ihren beruflichen und persönlichen Grundfesten erschüttern werden und dass sie damit Kräfte auf den Plan rufen, die selbst sie nicht mehr kontrollieren können.
(Quelle: cbj Verlag)

Lockwood & Co - Die Raunende Maske von Jonathan Stroud

Anja Druckbuchstaben | 02 November 2015 | Kommentieren
Erschienen am 19.10.2015 | Band 3 | 464 Seiten | ab 12 Jahren | 18,99 Euro | Jonathan Stroud | cbj Verlag 

Zum Inhalt:
Die Agenten von Lockwood & Co.: Anthony Lockwood, Lucy und George, führt ihr jüngster Fall mitten ins Zentrum der Geistererscheinungen, die London unerbittlich heimsuchen. Ein traditionsreiches Londoner Kaufhaus scheint Brutstätte des grausigen Phänomens zu sein. Wurde es doch auf den Überresten einer Pestopferruhestätte und über den Ruinen eines mittelalterlichen Kerkers errichtet. Gemeinsam mit Geisterjägern aus anderen Agenturen wagen sich Lockwood und seine Freunde bei Nacht in das Gebäude. Wer hier überleben will, braucht Mut und einen kühlen Kopf. Doch Lucy und ihre neue Kollegin Holly belauern sich eifersüchtig, Lockwood kommt von einem dunklen Geheimnis in seiner Vergangenheit nicht los und die düsteren Warnungen des wispernden Schädels verheißen Fürchterliches. (Quelle: cbj Verlag)

Mein Senf zum Buch:
Ohne große Umschweife, geht es gleich mit jeder Menge Action los. Unser Lockwood & Co. Team gerät direkt in eine brenzlige Situation. Was mir sofort aufgefallen ist und gefallen hat, ist der aus den Vorgängern bekannte trockene Humor.

Seit Band 2 hat das Geisterjäger-Team einen neuen Begleiter. Eine echte Bereicherung, wenn es um Schadenfreude und Gehässigkeit geht. Ich rede vom fiesen Schädel im Glas, der zwischendurch für Gemeinheiten und Belustigung sorgt. Er ist nie um ein paar aufmunternde Worte oder ein Lob verlegen:

"Hoffentlich erfährt nie jemand, dass ich mit Lockwood & Co. auch nur entfernt in Verbindung stehe! Ihr drei seid totale Versager." (S. 56)

"Uääääh....Mir wird sowas von übel. Lasst euch nicht stören, wenn ich gleich kotzen muss." (S. 275)

"Lockwood und George waren mit zwei anderen Fällen beschäftigt, darum nahm ich den Schädel mit. Auf diese Weise hatte ich wenigstens etwas Gesellschaft, wenn auch eine unsympathische und ziemlich widerwärtige. Immerhin hielt sein dummes Gelaber die Stille in Schach." (S. 106)

Die kleine Agentur Lockwood & Co. strebt weiterhin nach Anerkennung. Obwohl sie gute Arbeit leisten, werden sie oft von den Medien geschnitten und von der Konkurrenz belächelt. Lockwood geht es in diesem Band mehr denn je auf die Nerven. In seiner intelligenten, beherrschten Art, lässt er die Außenstehenden das spüren. Doch die harte Arbeit und das Knüpfen von Kontakten, scheint sich langsam aber sicher auszuzahlen.
Mit dem aktuell zu lösenden großen Fall, steigt der Gruselfaktor deutlich an.

Ich habe den Eindruck, Lucy hat sich ein bisschen in Lockwood verguckt und ich kann es ihr nicht verdenken. Wäre ich 15 Jahre jünger, ich würde mich ihm schamlos an den Hals werfen. 
Bisher habe ich das Team immer als sehr harmonisch empfunden, doch in diesem Teil tauchen Konflikte an einer Stelle auf, an der ich sie nicht erwartet hätte. Alles hängt mit einem weiteren neuen Teammitglied zusammen.

Lucy hat vom ersten Band an, eine beachtliche Entwicklung durchgemacht. Ihre Fähigkeiten bilden sich immer weiter aus und sind schwer zu bändigen. Die Entscheidung, die Lucy am Ende trifft, kam für mich nicht überraschend. Ich hatte sowas schon befürchtet und ich hoffe sie überlegt sich das nochmal.

Im Übrigen bin ich ein großer Fan von George. Er ist total verschroben, aber brilliant und das Verhältnis zu Lucy hat sich wesentlich verbessert.

Fazit:
Das neue Abenteuer steht seinen beiden Vorgängern, was Spannung angeht, in nichts nach, es wird sogar noch ein bisschen gruseliger. Dazu kommt der gewohnte, unfassbar gute Schreibstil von Jonathan Stroud, der sich durch viel Humor und Sarkasmus auszeichnet.
Der fiese Schädel, als ständiger nerviger Begleiter, hat sich in mein Herz geschlichen. Ich weiß nicht genau wie er das geschafft hat, aber es scheint wohl an seinen liebevollen Kommentaren zu liegen.
Es gibt von meiner Seite nur einen Kritikpunkt am Buch: Es ist viel zu dünn, es müsste doppelt so dick sein. Das Abenteuer ist nach 441 Seiten viel zu schnell vorbei.







Mit einem Klick auf das jeweilige Cover, kommt ihr zu den Rezensionen der Vorgängerbände.

http://druckbuchstaben.blogspot.de/2014/08/lockwood-co-die-seufzende-wendeltreppe.html http://www.druckbuchstaben.blogspot.de/2014/11/lockwood-co-der-wispernde-schadel-von.html






Vielen Dank an den cbj Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!!!




 

Lockwood & Co. - Der wispernde Schädel von Jonathan Stroud

Anja Druckbuchstaben | 20 November 2014 | 4 Kommentare





Zum Inhalt:

Dank des spektakulären Erfolgs im Fall der seufzenden Wendeltreppe ist Lockwood & Co. nun eine der angesagtesten Geisteragenturen Londons. Doch inzwischen wird die Metropole bereits von einer Reihe neuer grausiger Ereignisse erschüttert: In einer beispiellosen Diebstahlserie werden mächtige magische Artefakte entwendet und deren Hüter grausam ermordet. Als dann auch noch auf einem Friedhof ein schauerlich eiserner Sarg geborgen wird, dessen Inhalt unter mysteriösen Umständen verschwindet, steht fest: Ein klarer Fall für Lockwood & Co.! Nur wenn das Team um Anthony Lockwood, Lucy und George ihre ganze Genialität im Umgang mit übernatürlichen Ereignissen in die Wagschale wirft, kann es ihnen gelingen, die Verschwörung, die hinter all dem steckt, aufzudecken.



Mein Senf zum Buch:
Schon nach den ersten paar Seiten war der bekannte und geliebte Lockwood Charme wieder zu spüren. Ich hatte überhaupt keine Probleme in die Geschichte reinzukommen. Genau wie bereits im ersten Teil, ist der Humor fantastisch. Ich liebe die bissigen Kommentare und die Gedanken der Protagonisten.
Auch nach einem Jahr ist die Spannung zwischen Lucy und George weiterhin spürbar. Sie denkt nicht nur abfällig über ihn, sie kann auch richtig kratzbürstig sein. 
Lockwood ist ganz und gar Lockwood =). Er ist geheimnisvoll, intelligent, höflich, aber auch sehr distanziert, wenn es um ihn selbst geht. Er redet nicht gerne über sich.

Wenn ich Lockwood lese, dann fühle ich mich als Teil des Geisterjäger Teams. Ich klebe an den Seiten, wenn sie der Lösung eines spannenden Falls immer näher kommen. Ich lausche gespannt ihren Schlussfolgerungen und spüre die Maladigkeit und Kälte, wenn sich in ihrer Nähe ein Miasma aufbaut. Ganz oft gehen mir zeitgleich dieselben Fragen durch den Kopf:


"Warum müssen  geheimnisvolle Dokumente und Inschriften eigentlich immer in irgendeiner blöde toten Sprache verfasst sein?" (S. 320)


Die Geschichte, die Charaktere und der Schreibstil haben unheimlich viel Charme.  Der Autor klammert sich nicht an dramatische Beziehungen der Charaktere untereinander und verzichtet auch auf Herzschmerz. Das mag teilweise am Alter der Protagonisten liegen, ost aber auf jeden Fall einfach klasse. Die Story ist deshalb nicht weniger fesselnd.  


"Der Tod ist flüchtig: Selbst wenn man auf ihn wartet, rinnt einem der tatsächliche Eintritt durch die Finger. Es ist nicht so wie im Film, wo plötzlich der Kopf auf die Brust fällt. Man sitzt einfach da und wartet darauf, dass etwas geschieht, und dann merkt man plötzlich, dass man es verpasst hat." (S. 235)

"Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Geheimnisse nichts als Ärger mit sich bringen. Es gibt einfach zu viele davon, und sie machen alles nur schlimmer statt besser." (S. 484)


Fazit:
Wie erhofft und eigentlich nicht anders erwartet, eine überzeugende Fortsetzung der Geschichte um Lockwood und sein Team. Der fiese Cliffhanger wird mich nun ein Jahr lang nicht schlafen lassen.





Infos zur Reihe: